Mit dem Rollstuhl ins Meer – als Intensivpflege-Klient verreisen

Reisen bedeutet für intensivpflichtige Klienten immer eine aufwendige und sehr bedachte Planung des Urlaubs. Kleine selbstverständliche Dinge wie die Breite von Türen und ähnliches, müssen hinterfragt und entsprechende Hotels genauestens ausgewählt werden. Philipp hat den Schritt dennoch gemeinsam mit unserem Team gewagt und uns viele Bilder mitgebracht.

Aufgeregt am Flughafen

Als der Urlaub endlich losgehen kann, ist bei Philipp die Aufregung deutlich spürbar. Bereits seit langer Zeit hat er auf diesen Moment gewartet. Deswegen steht der 28-jährige mit den zwei Pflegekräften Anika und Susanne bereits um zehn an der Gepäckausgabe. Nacheinander werden die sechs Koffer, der Lifter, sowie sein elektrischer Rollstuhl auf das Band gezogen und verschwinden dann hinter der Absperrung. Da Philipp jedoch als Muskeldystrophie-Patient auf einen Rollstuhl angewiesen ist, stellt die DRK einen und begleitet ihn bis zu seinem Platz im Flugzeug.

 

Ankunft in Italien

Es ist 13 Uhr als das Flugzeug sich langsam in Bewegung setzt und abhebt. Bekomme ich meinen Rollstuhl heil wieder? Finde ich meine vielen Koffer wieder? Wie ist die Unterkunft? Klappt alles?“ In Philipps Vorfreude mischen sich mittlerweile einige Bedenken. Aber als er wenige Stunden später das Ziel erkennt und endlich in Rom landet, ist er erleichtert. Mit seinem eigenen Rollstuhl wird er direkt am Flugzeug abgeholt und zu der Gepäckausgabe und anschließend zu dem Ausgang des Flughafens gebracht. Dort wird er bereits von einem Fahrer erwartet, der ihn nach Centro Ferie Salvatore in seine ruhig gelegene Unterkunft bringt. Nach einer ausführlichen Tour durch die Hotelanlage und einem Vier-Gänge-Menü, ist Philipp aber froh den langen Tag beenden zu können.

Ausführliche Vorbereitungen notwendig

Doch bevor es überhaupt so weit kommen konnte, musste Philipp und das bipG Team vieles von zu Hause aus bei der Buchung beachten. Dazu gehörte eine ausführliche Recherche nach einer geeigneten Unterkunft, wodurch er auf eine Seite stieß, die ihm bei der Auswahl deutlich half und viele Erfahrungsberichte für die Unterkünfte und das Baden im Meer vorweisen konnte. Dennoch mussten noch viele Fragen geklärt werden. „Sind die Betten mit unserem Reiselifter unterfahrbar? Haben wir genug Platz zum Rangieren? Kann ich meinen Elektrorollstuhl im Flugzeug mitnehmen? All das musste vorher bei der Unterkunft und der Fluggesellschaft erfragt werden“, denkt Philipp zurück.

 

Mit dem Rollstuhl ins Meer

Durch die Aufregung und Erwartungen an den Urlaub, liegt eine schlaflose Nacht hinter Philipp.

„Trotzdem bin ich froh den Schritt gewagt zu haben,“ sagt er und startet nach einem ausgiebigen Frühstück motiviert in den Tag und zu einer kurzen Führung durch die malerische Altstadt. Seine Tour endet an einem Aussichtspunkt, einem hohen Leuchtturm, der einen weiten Blick über das Meer freigibt, weswegen ihn sofort die Lust auf eine Abkühlung packt.
Ein spezieller Strandrollstuhl ermöglicht es Philipp, damit ins Meer fahren zu können. So kann er sich immer wieder, zwischen den langen Sonnenbädern, abkühlen und einen entspannten ersten Urlaubstag genießen.

Aber ihn und die beiden Pflegekräfte hat bereits die Entdeckerlust gepackt, deswegen haben die beiden schon für die nächsten Tage jede Menge Ausflüge zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Italiens eingeplant.
Ob dabei alles gut gegangen ist, wie seine Rückreise war und ob er nächstes Jahr wieder verreisen will, können Sie im nächsten Artikel lesen.