So läuft’s auf der Arbeit rund – Die Praxisreflexion

Der Begriff „Praxisreflexion“ bedeutet nicht mehr, als über seine getane Arbeit nachzudenken. Das tun wir nicht nur regelmäßig, sondern ständig – mit dem kleinen Unterschied, dass wir das ohne Struktur tun. Bringen wir diese Gedanken in eine Form und Reihenfolge, verbessert sich auch unsere Arbeitsweise.

Halten Sie die Reflexion schriftlich fest, um gegebenenfalls noch einmal auf Ihre Gedankengänge und Lösungen Zugriff zu haben, falls eine ähnliche Situation einmal erneuert auftreten sollte.

Wie kann ich mich verbessern?

Unser Verhalten und unsere Arbeit zu reflektieren – sei es nun privat oder beruflich – ist ohne Zweifel ein wichtiger Prozess. So überprüfen wir uns und sichern uns manchmal auch ab: „Habe ich einen Fehler/alles richtig gemacht?“ „Was kann ich das nächste Mal besser machen?“

Aber erst durch eine vorgegebene Struktur erschließen sich uns andere Perspektiven und somit auch mögliche „neue“ Probleme, die eigentlich gar nicht neu sind – nur von unseren Standpunkt aus haben wir sie nie gesehen. Diese „neuen“ Probleme sind möglicherweise der Hintergrund dafür, dass ein Arbeitsprozess nicht reibungslos abläuft oder eine Situation wiederholt schwierig für Patienten und/oder Pflegekräfte ist. Der Perspektivenwechsel ermöglicht uns allerdings nicht nur Fehlerquellen zu finden, sondern auch: Lösungen.

 

Den Alltag als Vorbild nehmen

Für eine lückenlose Praxisreflexion nehmen Sie sich am besten reale Situationen aus dem Arbeitsalltag vor, die Probleme bereiten oder Ihrer Meinung nach noch optimiert werden können. Um der Reflexion eine Struktur zu geben, bieten sich die W-Fragen gut an.

Vor allem die Fragen „Was“, „Warum“ und „Wie wurde darauf reagiert“ spielen eine große Rolle bei der Reflexion. Sie umfassen meist das Problem. Die restlichen Fragen dienen zur Einordnung der Situation in vielleicht bereits bekannte Muster oder um Hintergründe zu erschließen.

Ein einfaches Beispiel: Jeden Mittwoch machen Sie scheinbar grundlos Überstunden

Immer wieder mitttwochs (wann) müssen Sie im Büro (wo) Überstunden machen (was). Das führt zur Frustration Ihrerseits und mündet darin, dass Sie Ihren Kollegen gegenüber unhöflich werden, je näher der Feierabend rückt (wie wurde reagiert). Sie Überlegen, was am Mittwoch im Vergleich zu den anderen Arbeitstag anders ist (warum).

Dieses Szenario wiederholt sich regelmäßig. Wenn Sie nun die Situation zu den unterschiedlichen Zeitpunkten reflektieren und es mit anderen Momenten vergleichen, was fällt Ihnen auf? Finden vielleicht mittwochs zu viele Meetings statt, sodass Sie mit der restlichen Arbeit nicht hinterherkommen? Oder ist vielleicht Ihre Lieblingskollegin da, bei der Sie beim Unterhalten die Zeit vergessen? Durch diese Fallanalyse und der Reflexion der gesamten Situation können Sie die Sachlage nicht nur festmachen, sondern auch aufklären.

Diese Praxisreflexion können Sie natürlich auch auf das ganze Team übertragen. Dabei müssen Sie zusätzlich beachten, wer in die Situation involviert ist und wie die jeweilige Person in dem Moment reagiert hat. Es empfiehlt sich ebenfalls, auch hervorragende Arbeit zu reflektieren. Daraus können Sie Ideen und Anstöße finden, die Sie womöglich auch bei anderen Szenerien anwenden können.

Die Reflexion der eigenen Arbeit ist also ein guter Lösungsweg sowie eine gute Optimierung für kniffelige Situationen.